Kluge saniert ehemalige Envio-Gebäude

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Kluge saniert ehemalige Envio-Gebäude

Kluge saniert ehemalige Envio-Gebäude

Altlastgebäude des PCB-Skandals in Dortmund ist Geschichte

Die PCB-Sanierung des Envio-Geländes im Dortmunder Hafen ist nach umfangreichen Arbeiten von der Arbeitsgemeinschaft Kluge Sanierung und Heitkamp Umwelttechnik im Dezember 2018 abgeschlossen. Das ehemalige Entsorgungsunternehmen Envio hatte sich darauf spezialisiert, im Dortmunder Hafengebiet PCB-haltige Trafos zu entsorgen. Im Jahr 2010 wurde der Betrieb durch die zuständigen Behörden stillgelegt, weil Mitarbeiter und Umwelt durch das hochgiftige PCB kontaminiert worden waren. Doch die Umweltgefährdung blieb: Mehr als dreitausend Tonnen gefährlicher Abfälle lagerten auf dem Areal, die stillgelegte Anlagentechnik enthielt gefährliche Prozesschemikalien und die Gebäudehülle der stillgelegten Entsorgungsanlage war hochgradig kontaminiert.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen nacheinander in zwei Projektschritten geplant und ausgeschrieben. 2016 wurde Kluge mit seinen Partnern Heitkamp Umwelttechnik und dem französischen Entsorgungsunternehmen Tredi mit der Beräumung und Entsorgung sämtlicher Abfälle, hauptsächlich PCB-belasteter Trafo- Schrott, beauftragt. Teil der Aufgabe war auch der Rückbau der kompletten Anlagentechnik der stillgelegten Entsorgungsanlage.

Der separat vergebene, zweite Projektabschnitt bestand aus einer umfassenden Dekontamination der PCB-belasteten Immobilie und deren anschließenden Abbruch. Diese Aufgabe absolvierten Kluge Sanierung und Heitkamp Umwelttechnik in erneut erfolgreicher Kooperation. Nach knapp acht Monaten wurde das Projekt im Dezember 2018 planmäßig abgeschlossen. Halle 1, Standort der ehemaligen ENVIO Entsorgungsanlage, wurde vollständig dekontaminiert, anschließend gemeinsam mit der angrenzenden Halle 2 abgebrochen und in deren Umfeld PCB-belastete Straßenbeläge entsorgt und neue Straßendecken wiederhergestellt.

Die Arbeiten an Halle 1 waren nicht trivial: Ebenso wie bei der Beräumung des Objektes im ersten Projektabschnitt wurden Schleusenanlagen für das Personal und für sämtliche Materialtransporte eingerichtet, die gesamte Halle mit einer leistungsfähigen Unterdruckbelüftung versehen. Sämtliche Arbeiten in den Hallen 1 und 2 erfolgten bis zum Abschluss der Dekontaminationsarbeiten in Schutzanzügen und Atemschutz. Dieses umfassende Schutzprogramm wurde komplettiert durch regelmäßige Blutproben beim eingesetzten Sanierungspersonal und durch ein dichtes Netz von Immissionsmessungen im Baustellenumfeld.

Die Hallen mussten so weit von Gefahrstoffen befreit werden, dass der anschließende Abbruch ohne Umweltgefährdungen erfolgen kann und die anfallenden Bauschuttmassen sauber und recyclingfähig sind. Zentrale Aufgabe der Dekontaminationsarbeiten war der Abtrag PCB-kontaminierter Betonoberflächen, 5cm am Hallenboden und 5mm an sämtlichen Oberflächen der Stahlbetonstützen, Dachbinder und Wandflächen. Der Abtrag an den Fußbodenflächen konnte mit üblicher Frästechnik durchgeführt werden, wie man diese auch aus der Sanierung von Straßenbelägen kennt; selbstverständlich mit zusätzlicher leistungsfähiger Direktabsaugung der anfallenden Stäube.

Eine besondere Herausforderung war der Abtrag von ca. 4.500m² kontaminierten Betonoberflächen an Stützen, Dachbindern und Wänden. Für diese Arbeiten an vertikalen Flächen und über Kopf in bis zu 12m Höhe stehen keine geeigneten Frästechniken zur Verfügung. Diese Aufgabe wurde mittels Wasserhochdrucktechnik gelöst: Mittels gekapselter Werkzeuge wurde die Betonoberfläche mit 2.500bar Wasserdruck abgetragen. Das anfallende Wasser und der Betonschlamm wurden direkt abgesaugt und in einer mehrstufigen Abwasserbehandlung aufbereitet. Der so abgetragene Beton ging, ebenso wie das Fräsgut von den behandelten Bodenflächen, als Sonderabfall in die thermische Entsorgung.

Nach Abschluss der Dekontaminationsarbeiten war der Baukörper PCB-frei. Der abschließende Gebäudeabbruch war eine vergleichsweise leichte Aufgabe und zugleich das Ende eines außergewöhnlichen Sanierungsprojektes.

PCB, also Polychlorierte Biphenyle, wurden bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. Sie wurden 2001 weltweit verboten, da sie bei chronischer Exposition für den Menschen giftig sind und im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.

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